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Black Pete - Magazin für herausfordernde Brettspiele

Marquis

08.02.2012
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Intrigen, Diebstahl und Mord: Am Hofe des Marquis zankt sich die feine Gesellschaft, ihr wahres Gesicht zeigend, so ganz unvornehm um Gold und Edelsteine.

Erst nehmen, dann geben

Marquis ist als Spiel für zwei bis vier Spieler schnell erklärt. Jeder bekommt einen der vier gleichen Kartensätze, nimmt sich vier Karten davon auf die Hand und spielt die darauf aufgedruckten Charaktere vom Assasinen bis hin zum Marquis mit allen ihren besonderen Eigenschaften und Aktionen rundenweise aus. Das Prinzip ist, sich nach dem Ausspielen der Karte erst sein Einkommen in Goldmünzen aus der Staatskasse zu holen, dann das Gold anderer Charaktere zu stehlen – und sein akkumuliertes Vermögen, sofern noch nicht ganz von den Anderen geraubt, später in Sicherheit zu bringen, bzw. in Edelsteine umzutauschen. Die Fähigkeiten der einzelnen Charakter von günstigen Tauschwerten bis hin zum Mord anderer Charaktere sind zu beachten. Sind Alle Karten ausgespielt, gewinnt derjenige mit dem größten Vermögen an Edelsteinen.

Ärger und Entzücken

Will man gewinnen, darf man bei Marquis mit seinen Mitspielern nicht zimperlich sein. Man stiehlt und intrigiert sodass die Heide wackelt und zieht selbst noch dem Ärmsten in der Runde, die Beine packend und kopfüber schüttelnd, den letzten Heller aus der Tasche.

Klar, dass hier ein Spiel entsteht, welches genauso mit wackeligen Vereinbarungen wie mit ordentlichem bluffen aufwarten kann.

Etwas störend ist allerdings die Tatsache, dass es Marquis etwas an Balance fehlt, die letzten zwei Runden zu spielentscheidend, und der starke Glücksfaktor nicht durch das Intrigenspiel allein zu kompensieren sind.

Es blitzt und blinkt

Ludo Art strebt mit seinen Spielen eine Kombination aus Kunstwerk und Brettspiel an. Das sieht man auf den ersten Blick. Aus dem wunderschönen Holz-Etui blitzen einen echte, geprägte(!) Münzen nebst hübschen Kunststoff-Edelsteinen an. Die großen Spielkarten sind ansprechend und sehr stimmungsvoll illustriert - einzig die schlechte Lesbarkeit der Texte und Symbole bei höfischem Kerzenschein ist hier zu bemängeln.

Brettspiel-Kunst

An Marquis scheiden sich etwas die Geister. Zu viele verschiedene Aspekte, wie Taktik, Glück und Gesellschaftspiel sind enthalten ohne dabei in einer dieser Disziplinen herausragend zu sein. Marquis will zu viel und schafft es knapp nicht eines der Besten Spiele zu werden.

Und wenn schon: Mir persönlich hat es große Freude bereitet Marquis zu spielen (und jedes Spiel zu gewinnen), denn selten kann man seine unverschämte, geldgierige und gemeine Seite ausleben und wird auch noch dafür belohnt.

rob

Bewertung

70 Punkte
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