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Black Pete - Magazin für herausfordernde Brettspiele

Meuterer

08.02.2012
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Ahoi ihr Verräter: Land in Sicht! Eigentlich vom Hochland ausgezogen um Ware in fremden Häfen so teuer wie möglich zu verkaufen überkommt einen an Bord schnell mal die Unzufriedenheit und man greift zum Säbel um selbst Hand ans Steuerrad zu legen und den jetzigen Kapitän Kiel holen zu lassen. Allerdings muss man seine Mannschaft bei Laune halten, sonst trifft man ihn sehr schnell dort unten wieder – es sei denn er steuert dann schon wieder das Schiff... Harr, harr, harr!

Meuterer ist keine Erweiterung zu Verräter, es ist ein eigenständiges Spiel. Verräter, Meuterer? Meuterer, Verräter? Eines war zuerst da, doch welches, das interessiert eigentlich niemanden, da beide Spiele vom selben Autor und vom Spielablauf beinahe identisch sind. Der einzige Unterschied der besteht ist die Umgebung in der das Spiel stattfindet (und damit auch die Optik). Beide sind reine Kartenspiele. Meuterer spielt mit karibischem Charme an Bord eines Schiffes, das eine Route von 12 Häfen abfährt. Dort angekommen versucht man seine Waren in gutes Gold (Siegpunkte) einzulösen. Und bessere Geschäfte anzubieten als seine Gegenspieler.

[Die Augenklappen festgezurrt und die Säbel angegurtet, nur so können wir uns auf die See trauen.]

In Meuterer wird nicht jede Ware an jedem Hafen gleich gerne gekauft und damit stellt sich schon das Dilemma ein: Wohin geht die Reise? Einer in der Runde ist der Kapitän, der neben dem Handel auch noch das Schiff steuern muss. Doch leider kann er diese Aufgabe nicht immer zur vollen Zufriedenheit seiner Besatzung lösen und wenn diese sehr angriffslustig ist, dann hilft nur noch blanker Stahl als Überzeugungshilfe.

„Na gut, wenn der Kapitän nicht zur Piratenbucht fahren will, dann müssen wir ihn halt dorthin fahren!“ - „Ay!“

Jede Runde werden die Karten im wortwörtlichen Sinne neu gemischt: Man kann – wenn das Angebot des Kapitäns stimmt – sich auf seine Seite schlagen oder als Meuterer mit dem Schiffsjungen zusammen eine Meuterei anzetteln um selbst neuer Kapitän zu werden. Wenn man heute keine Lust auf Säbelrasseln hat kann man sich auch ganz auf seine Waren konzentrieren.

Auf hoher See wird man sowohl für das Ansteuern von Häfen, das Unterstützen bei Kämpfen und das Verkaufen von Waren entlohnt. Und nur wer seine Karten richtig einsetzt hat am Schluss den dicksten Geldbeutel und das Spiel gewonnen.

Meuterer ist ein reines Kartenspiel, das Gold (die Siegpunkte) werden auf einen separaten Zettel notiert. Die Optik ist aber trotz der Einfachheit des Spiels sehr gut gelungen: Adlung Spiele holt hier mehr aus normalen Karten heraus, als so manch andere Firma aus einem „großen“ Brettspiel. Meuterer ist ein schönes Spiel: das System ist schnell erklärt und relativ einfach – dennoch bleiben genug taktische Raffinessen – der Ablauf ist flüssig und äußerst kommunikativ. Einzig das Glück spielt manchmal eine zu Bedeutende Rolle, denn wenn man viel Pech mit den gezogenen Karten hat kann man weder verkaufen noch ist an eine erfolgreiche Meuterei zu denken und man geht eine Runde komplett leer aus.

Dem Spiel beigelegt ist außerdem noch die Piratenvariante in Form einer einzelnen Karte, die eine kleine Zusatzregel für Fortgeschrittene ist, die noch ein wenig mehr Taktik mit ins Spiel bringt.

Die eher kurze Spieldauer und der abwechslungsreiche Ablauf machen es zum idealen kurzen Zeitvertreib für zwischendurch, das man gerne immer wieder raus holt und seinen Mitspielern anbietet. Was nicht so alles in eine Kartenspielbox passt...!

jps

Bewertung

72 Punkte
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