Die Pferde gesattelt und die Sporen geben. Eine Postkutschenstrecke
errichtet sich nicht von selbst. Außerdem gibt es noch bis zu drei Andere,
die stets versuchen die Vorherrschaft im Postgeschäft zu halten.
Wir befinden uns im 13. Jahrhundert in Deutschland, zu einer Zeit in der
Franz von Taxis auf die Idee kam Briefe und Telegramme auf festgelegten
Strecken mit Postkutschen und Kurierreitern zu befördern. Jeder Spieler
versucht durch geschickte Routenplanung, ein wenig Risiko und Glück und mit
Unterstützung von Amtspersonen so schnell wie möglich Streckenposten zu
errichten und begehrte Zusatzpunkte zu sammeln. Ein sowohl unterhaltsames als
auch durchdachtes Wettrennen beginnt...
Sortieren und Auslegen die wichtigsten Bestandteile des Startrituals in Thurn und Taxis. Alle Bonusplättchen wollen auf die für sie vorgesehenen Felder, die Kutschenkarten auch, die ersten Stadtkarten, die zum Planen der Routen vonnöten sind, werden ausgelegt, die restlichen gut gemischt. Die Vorbereitungen sind alle schnell getroffen und es kann los gehen.
Als Besonderheiten gibt es die vier Amtspersonen, die dem Spieler, der eine von ihnen pro Runde um Hilfe bitten darf, verschiedene Dienste erweisen. So kann man zum Beispiel mit deren Hilfe zwei anstatt einer Stadtkarte zu seiner Strecke hinzufügen um schneller viele Orte zu erreichen. Allerdings werden diese Gefallen schnell zur Routine unter den Postzustellern und die Amtspersonen finden höchstens noch einmal Erwähnung, wenn man die Spielregeln einem Neuling nochmals erklärt.
Im weiteren Spielverlauf stellte sich mir die Frage, ob ich in durch meine Taten und Überlegungen irgendwie auf die anderen Spieler und deren Befinden Einfluss habe, wurde aber enttäuscht.
Sehr viel Strategie kommt bei Thurn und Taxis nicht auf. Die grundlegende Frage ist einfach: Baue ich schnell viele kurze Strecken, oder baue ich schnell ein bisschen weniger dafür auch längere Strecken? Die Antwort auf diese Frage hängt zum Einen ein wenig von den Antworten, die sich die Mitspieler auf diese Frage gegeben haben ab, und zum Anderen davon was der Vorrat an Stadtkarten so zu bieten hat. Dadurch kommt eine ganz leichte dynamische Komponente ins Spiel, setzt sich aber gegenüber der Eigenbrödlerei nicht durch. Außerdem überkommt einen ein wenig das Gefühl der Ausgeliefertheit an das Spiel.
Das Spiel kann man anfangs sicherlich sehr oft spielen, da es schön läuft und rund wirkt, aber das Gefühl „da muss doch noch was gehen...“ und die Enttäuschung, dass eben nichts mehr geht lässt einen nie ganz los. Das schöne an Thurn und Taxis ist, dass das Gefühl aufkommt, dass alle zusammen spielen – da werden auch mal Tipps zum Streckenbau gegeben oder sehr lukrative Strecken ausdiskutiert – was erst durch Ermittlung eines Siegers am Spielende wieder ein wenig abzieht. Thurn und Taxis kann man auch zu zweit spielen, darf sich aber nicht zu viel erhoffen, denn dann ist es noch etwas weniger überraschend, als es ohnehin schon ist.